Pressemitteilung:

Gerhard Mayer-Vorfelder zu Gast bei der MIT Kirchheim u.T.

Sonntag, 24. Mai 2009

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Unter dem Thema ?Politik und Fußball ? Werte und Wirtschaftsfaktoren in der Gesellschaft? referierte der ehemalige Kultus- und Finanzminister und DfB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder anlässlich des traditionellen Frühschoppens der MIT auf dem Burrenhof bei Erkenbrechtsweiler, der von der Fußball-Ikone der 50er Jahre, Erwin Waldner, betrieben wird. Der Vorsitzende des MIT-Gebietsverbandes Kirchheim, Franz Pfeffer, würdigte eingangs Mayer-Vorfelder für seine Positionen, mit denen er in seiner langen politischen Karriere zwar immer wieder angeeckt sei, damit jedoch einen wichtigen Beitrag im Ringen um den richtigen Weg geleistet und ein Beispiel für gelebte Demokratie gezeigt habe. Zugleich äußerte Pfeffer den Wunsch, dass Bundeskanzlerin Merkel den Wählern stärker deutlich machen solle, dass sie der CDU angehöre und nicht einer Partei, die sich ?Große Koalition? nenne. Mayer-Vorfelder unterstrich zu Beginn seines Vortrags, dass die Interessen der Konservativen innerhalb der CDU stärker berücksichtigt werden müssten, da ansonsten diese Wählerschichten den Urnengängen fernblieben. ?Die CDU war immer dann erfolgreich, wenn sie einen vernünftigen Ausgleich zwischen ihren drei politischen Grundströmungen liberal, sozial und konservativ geschafft hat? so Mayer-Vorfelder. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch zahlreiche Nachwuchspolitiker in der CDU, die sich seiner Auffassung nach zu stromlinienförmig verhielten und zu wenige Kanten zeigten. Gerade im Hinblick auf die insbesondere seit der Wiedervereinigung stark angestiegene und in der jüngsten Zeit ausufernde Staatsverschuldung ermunterte er die jungen Menschen, stärker ihre Stimme gegen immer weitere staatliche Ausgabenprogramme zu erheben. So sei allein in diesem Jahr ein Nachtragshaushalt des Bundes in einer Größenordnung zwischen 50 und 80 Milliarden Euro notwendig, der trotz der in den letzten Jahren stark gestiegenen Steuereinnahmen nur durch eine erhöhte Verschuldung finanziert werden könne. Zugleich verdeutlichte er, dass der immer weiter anwachsende Schuldenberg vor allem künftige Generationen belasten werde, da zur Zeit die neuen Kredite, die der Staat aufnimmt, nicht einmal ausreichten, um die Zinsen für die bereits vorhandenen Kredite zu bezahlen. In diesem Zusammenhang bezeichnete er eine Politik, die heute immer mehr Wohltaten erfindet und verteilt, als falsch. Gerade der Fußball vermittle jedoch Werte, die auch für Politik und Gesellschaft beispielgebend sein könnten: So würdigte Mayer-Vorfelder vor dem Hintergrund von Ein-Kind-Familien die Leistungen der Vereine, Kindern und Jugendlichen soziales Verhalten zu vermitteln. Das sehr schlechte Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft im Jahre 2000 habe zudem die Notwendigkeit einer verstärkten Jugendarbeit verdeutlicht. Mittlerweile erhalte kein Profi-Fußballverein mehr eine Lizenz, wenn er über kein eigenes Leistungszentrum für den Fußball-Nachwuchs verfüge. Die deutlichen Leistungssteigerungen und die Tatsache, dass sich deutsche Nachwuchs-Fußballer mittlerweile auf Augenhöhe mit den besten Fußballnationen Europas befänden, bestätigten den eingeschlagenen Kurs. Die Verantwortlichen in den Fußballclubs würden damit eine wichtige Rolle als Förderer und Wegweiser im Leben von jungen Menschen spielen. Die gesellschaftspolitische Bedeutung des Fußballs würde auch dadurch deutlich, dass durch Stiftungen des deutschen Fußballs zahlreiche Projekte in osteuropäischen Ländern wie Rumänien und Bulgarien gefördert würden, um dort Kinder von der Straße wegzubringen. Zugleich verdeutlichte Mayer-Vorfelder, dass Berufssport und damit auch die Förderung gemeinnütziger Ziele ohne Kommerzialisierung nicht mehr möglich seien. So verfügten die Profi-Clubs in der Bundesrepublik Deutschland über Finanzmittel von insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro, die sich aus Zuschauereinnahmen, Sponsoring und dem Verkauf von Fernsehrechten speisen; allein die Einnahmen aus dem Verkauf von Fernsehrechten hätten sich seit den 80er Jahren verzehnfacht und liegen heute bei 412 Millionen Euro. Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise sei bislang kein Einnahmenrückgang zu verzeichnen und 15 der 18 Bundesliga-Clubs würden Gewinne erwirtschaften. Aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen sowohl im Bereich des Fußballs als auch der Politik forderte Mayer-Vorfelder die Verantwortlichen in der Politik auf, junge, leistungsbereite Menschen zu fördern und sie in der Entwicklung eines eigenen, unverkennbaren Profils zu unterstützen.

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